CHAOS-CAMP: Servus, Gscheitmeier

Erhältlich als Taschenbuch auf Amazon


Von: Lucia Grabner

Genre: Kinder-Abenteuerroman | Humor & Naturerfahrung

Lesealter: Empfohlen für mutige Abenteurer von 9 bis 12 Jahren

Was passiert, wenn ein elfjähriger „Survival-Experte“ (laut Actionfilmen) und ein achtjähriger Listen-Freak gemeinsam in die Wildnis geschickt werden? Richtig: Das perfekte Chaos.

Eigentlich hatte Felix sich seine Ferien anders vorgestellt: Ausschlafen bei Oma, Palatschinken bis zum Abwinken und absolute Faulheit. Doch das Schicksal (und Omas gewonnene Barcelona-Reise) hat andere Pläne. Statt Schnitzel gibt es Dosenfraß, statt weichem Bett ein „Fladen-Zelt“ und mittendrin seinen kleinen Bruder Philipp, der mit Taschenlampen und Checklisten bewaffnet den Wald erobern will.

Zwischen schiefen Zelten, Mückenattacken und dem verzweifelten Versuch, einen Knoten zu binden, der nicht wie ein Vogelnest aussieht, entdecken die ungleichen Brüder jedoch etwas, das in keinem Pfadfinder-Handbuch steht. Tief im Wald stoßen sie auf eine geheime Welt – die Schule der Füchse.

Dort, unter den Augen des weisen Meisters Graufell, lernt Felix eine Lektion, die er im Klassenzimmer nie verstanden hätte: Dass Stolpern dazugehört, dass Vertrauen Mut erfordert und dass das größte Abenteuer manchmal direkt vor der eigenen Haustür beginnt – wenn man nur lernt, die Sterne richtig zu deuten.

Eine herzerwärmende und humorvolle Geschichte über Geschwisterliebe, den Mut zum Scheitern und die ungezähmte Magie der Natur.

Leseprobe

Kapitel 4: Knotenkunde

Der erste volle Tag im Lager begann mit Morgenappell, einem furchtbar gesungenen Pfadfinderlied und einer ausgiebigen Einführung in die wichtigsten Fertigkeiten.

Knotenkunde stand auf dem Programm. Ein älterer Pfadfinder zeigte ihnen, wie man einen Kreuzknoten und einen Stichknoten macht.

Philipp, der Gscheitmeier, hatte bereits geübt. Seine Knoten waren perfekt, fest und schnell gebunden. „Das ist wichtig! Wenn man ein Floß bauen muss!“

Felix scheiterte kläglich. Sein „Knoten“ sah aus wie ein zerzaustes Vogelnest.

„Das ist ein Chaos-Knoten“, bemerkte Anna trocken.

„Nein, das ist ein Entfesselungsknoten!“, konterte Felix. „Hab ich in einem Film gesehen.
Wenn man gefesselt wird, löst man den in einer Sekunde. Das ist viel wichtiger als ein Stichknoten.“

Der Tag ging weiter mit Orientierung und Kartenlesen. 

Philipp brillierte. Er konnte mit seinem Kompass umgehen, als wäre er in Alaska geboren. Er wusste, was Norden war, selbst wenn die Sonne hinter Wolken verschwand.

Felix hingegen hatte Schwierigkeiten, Nord und Süd zu unterscheiden.

„Warum brauchen wir das?“, murrte er. „Wenn wir uns verlaufen, lese ich einfach die Koordinaten auf Google Maps ab und lasse mich abholen”. 

Michael, der immer leicht verwirrt wirkte, erklärte leise: „Der Kompass ist da, weil eine Pfadfinderregel lautet: Sei selbstständig.“

„Das ist eine blöde Regel“, fand Felix. „Meine Regeln sind besser: 

  • Regel 3: Wenn das Essen nicht schmeckt, frag, ob sie Palatschinken haben. 
  • Regel 4: Immer eine Ersatz-Wurstsemmel dabeihaben.“

Felix' ständige Absurdität sorgte für Lacher, aber auch dafür, dass Sonja ihn genau im Auge behielt.

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